Vollmond im Löwen am 1. Februar 2026

Vollmond im Löwen

Innere Wahrheit, Erinnerung und bewusste Autorenschaft

Tor 33
 

Der Vollmond im Löwen am 1. Februar markiert einen weiteren Höhepunkt einer Reihe außergewöhnlich intensiver Lunationen. Sonne und Mond stehen sich auf 13 Grad Löwe und Wassermann gegenüber, während sich im Wassermann ein dichtes planetarisches Feld sammelt: Venus, Merkur, Pluto und Mars. Diese Konstellation verleiht dem Vollmond eine besondere Schärfe und Tiefe. Pluto ist zugleich mit Neptun auf 0 Grad Widder und Uranus verbunden und steht in enger Spannung zu Jupiter. Damit sind die prägenden kollektiven Kräfte von Pluto, Uranus und Neptun gleichzeitig aktiviert. Eine Mischung, die Offenbarung, Umbruch und innere Neuorientierung begünstigt.

Diese Zeitqualität wirkt nicht leise. Sie spiegelt sich in Machtfragen, kollektiver Unruhe und innerem Druck wider, Stellung zu beziehen. Vieles, was bislang im Hintergrund wirkte, drängt nun ins Bewusstsein. Dabei geht es weniger um neue Informationen als um eine vertiefte Konfrontation mit Wahrheit – jenseits von Ideologien, Wunschbildern oder gezielten Verzerrungen. Die starke Betonung von Saturn und Neptun verweist auf einen kollektiven Prüfpunkt: 

Was ist tragfähig, was war Illusion? Wo haben wir uns Geschichten erzählt, die nicht mehr tragen?

Aus Human Design-Sicht wird diese Dynamik durch die Aktivierung von Tor 33 zusätzlich vertieft. Dieses Tor steht für Rückzug, Erinnerung und die bewusste Erzählung der eigenen Geschichte. Unter diesem Vollmond wird spürbar, wie sehr unsere Identität an innere Narrative gebunden ist. Nicht die Vergangenheit selbst bindet uns, sondern die Art, wie wir sie innerlich fortschreiben. Alte Geschichten können wieder auftauchen – nicht um erneut wiederholt durchlebt zu werden – sondern um überprüft zu werden. 

Welche alte Deutung trägst du noch mit dir?  Welche Geschichte erzählt dein Inneres darüber, wer du bist und warum dein Leben so verlaufen ist?

In der unreifen Form hält Tor 33 an Erzählungen fest, die von Schuld, Scham oder Ohnmacht geprägt sind. Die Vergangenheit bleibt dann emotional gegenwärtig und bestimmt Entscheidungen, ohne dass dies bewusst geschieht. In seiner reifen Ausprägung jedoch ermöglicht dieses Tor einen stillen, souveränen Schritt zurück. Die Erfahrung wird integriert, nicht wiederholt. Die Geschichte wird nicht verleugnet, aber neu gerahmt. Wahrheit entsteht hier nicht durch Rechtfertigung, sondern durch innere Klärung.

Diese innere Bewegung passt präzise zur astrologischen Grundspannung dieses Vollmonds. Mars steht in enger Verbindung mit Uranus und Eris und verstärkt das Bedürfnis, nicht nur zu erkennen, sondern auch zu handeln. Eris, verbunden mit Chiron, bringt die archetypische Kraft einer inneren Kriegerin ins Feld – nicht als Kampf nach außen, sondern als Standhaftigkeit gegenüber der eigenen Wahrheit. Es geht um die Bereitschaft, aus den tieferen Schichten der Psyche heraus eine Position einzunehmen, auch wenn äußere Umstände oder kollektive Dynamiken in eine andere Richtung drängen.

Dieser Vollmond macht deutlich, dass nicht alles auf bewusster Ebene entschieden wird. Vieles entsteht aus einem inneren Wissen heraus, aus einem feinen Gespür für Stimmigkeit und Integrität. Die Spannung zwischen Löwe und Wassermann, zwischen persönlichem Ausdruck und kollektiver Ausrichtung, fordert Balance. Beziehungen – privat wie gesellschaftlich – spiegeln diese Polarität. Nähe und Autonomie, Gefühl und Klarheit, Zugehörigkeit und Individualität wollen neu austariert werden.

Inmitten all dessen liegt eine stille, aber wesentliche Einladung: Die Autorenschaft über das eigene innere Narrativ zurückzunehmen. Nicht alles, was war, muss weiter erzählt werden. Nicht jede Geschichte, die dich geprägt hat, muss dich weiter definieren. In dieser Entscheidung liegt selbst in Zeiten, in denen äußere Entwicklungen überwältigend erscheinen eine enormer Handlungsspielraum!

Wie es im Tao Te King heißt: Wir haben unser Ja, und wir haben unser Nein. Zwischen dem Drang zur Macht und der Kraft der Liebe liegt eine bewusste Wahl. Auf dieser Schwelle liegt die Möglichkeit, alte Identifikationen loszulassen und eine Wahrheit zu verkörpern, die leiser, klarer und tragfähiger ist.

Vielleicht zeigt sich gerade darin unsere eigentliche Stärke: In der Fähigkeit, die eigene Geschichte neu ins uns zu halten – nicht als Last einer persönlichen Vergangenheit, sondern als integrierte Erfahrung….

Und aus dieser inneren Klarheit heraus dem Kommenden zu begegnen.

In Verbundenheit

Markus

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