Vollmond in Krebs am 3. Januar 2026

Der Vollmond im Krebs – Wenn das Herz zur Handlung ruft

3. Januar 2026

Es ist der dritte Tag des neuen Jahres, und der Himmel spannt einen Bogen zwischen zwei Welten. Der Mond steht rund und leuchtend im Krebs, in seinem eigenen Zeichen, wo er die Sprache spricht, die keine Übersetzung duldet, die sich nicht verhandeln lässt. die Sprache der Seele! Gegenüber, am anderen Ende dieser kosmischen Achse, versammeln sich Sonne, Venus und Mars im Steinbock, jenem Zeichen, das nicht fragt, was wir fühlen möchten, sondern was wir zu tragen bereit sind. Dieser Vollmond, der sich am Samstagvormittag um 11:00 Uhr MEZ ereignet, ist keine sanfte Einladung zur Kontemplation. Er ist ein Ruf und er verlangt eine Antwort.

In der Tiefe dieser Konstellation liegt eine Frage, die sich nicht umgehen lässt: Wie können wir wahrhaftig bleiben, während wir handeln? Wie können wir Nähe leben, Verbundenheit wagen, emotionale Wahrheit zulassen und zugleich die Verantwortung für das Ganze nicht aus den Händen legen? Der Krebs-Mond kennt die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach einem Raum, in dem wir sein dürfen, wie wir sind. Doch die Steinbock-Sonne, flankiert von Venus und Mars, erinnert uns daran, dass Liebe ohne Handlung eine hohle Geste bleibt. Mars ist im Steinbock erhöht und seine Kraft wird präzise, wirksam, fähig zur reifen Tat. Und Venus, so nahe bei ihm, flüstert: Verantwortung ist keine Last, sondern ein Liebesakt.

Doch unter dieser sichtbaren Achse wirkt etwas Tieferes. Pluto, der große Wandler, steht in den frühen Graden des Wassermanns und ist massiv aktiviert. Was sich im vergangenen Jahr bereits angekündigt hat,; nämlich die großen individuellen und kollektiven Veränderungen, die Erschütterungen alter Strukturen, das Freilegen dessen, was nicht mehr trägt; setzt sich fort und gewinnt an Tempo. Pluto duldet keine halben Wahrheiten. Er fordert Ehrlichkeit, auch dort, wo sie schmerzt. Alles, was wir verdrängt, verschoben oder schönzureden versucht haben, tritt jetzt deutlicher hervor als Einladung zur Integration.

Zugleich nähern sich Saturn und Neptun einander in den späten Graden der Fische, was oft mit Ent-Täuschung einhergeht, im ursprünglichen Sinne: Das Durchschauen von Illusionen, das Erkennen dessen, was hinter den Schleiern lag. Uranus steht in exakter Beziehung zum Mittelpunkt dieser beiden Planeten und bringt plötzliche Offenbarungen, unerwartete Wendungen, Momente, in denen das Verborgene sichtbar wird. Merkur, angespannt zu Neptun und harmonisch zu Pluto, will die Wahrheit ausgesprochen wissen, auch wenn sie unbequem ist, auch wenn sie das Gewohnte in Frage stellt.

In dieser Zeitqualität wird Chiron, der verwundete Heiler, direktläufig. Die alten Wunden, besonders jene aus der Kindheit, die wir zu lange übersehen oder übersprungen haben, verlangen nach Anerkennung. Es geht nicht um Analyse, nicht um das Verstehen-Wollen, sondern um das reife Annehmen dessen, was lange ausgeschlossen war. Heilung beginnt hier nicht durch Optimierung, sondern durch die einfache, tiefe Geste des Ja-Sagens zu dem, was ist. Und Eris, die archetypische Kriegerin des Weiblichen, steht nahe bei Chiron und erinnert uns daran, das seelische Integrität ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.

Dieser Vollmond stellt eine innere Weichenstellung dar. Es ist keine Zeit für Rückzug aus Angst oder für blinden Aktionismus. Es ist eine Zeit für bewusste Wahl. Für ein inneres Ja zu dem, was uns wirklich entspricht, was uns nährt, was unsere Seele atmen lässt. Und ebenso für ein klares Nein zu dem, was uns klein hält, was uns täuscht, was uns von unserem Wesenskern entfernt. In dieser Klarheit liegt Macht. Und Verantwortung.

Das Tao Te King erinnert uns: „Wir haben unser Ja. Und wir haben unser Nein.“ Diese beiden Pole sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Kraft, die uns zu uns selbst zurückführt. Wenn wir aufrichtig handeln, wenn wir unsere Werte nicht nur denken, sondern leben, wirkt etwas Größeres mit uns. Der Wandel ist unausweichlich. Doch darin wie wir ihm begegnen, liegt unsere Freiheit.

Martin Luther King Jr. sagte einst: „Der Bogen des moralischen Universums ist lang, aber er neigt sich der Gerechtigkeit zu.“ Dieser Vollmond im Krebs lädt uns ein, diesen Bogen zu vertrauen, auch wenn wir sein Ende nicht sehen können. Er lädt uns ein, aus dem Herzen zu handeln, ohne die Verantwortung abzulegen. Er lädt uns ein, wahrhaftig zu sein.  Im Sein und Tun.

In Verbundenheit

Markus

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